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Der Obst- und Gartenbauverein Wilgartswiesen

 

Der Obst- und Gartenbauverein Wilgartswiesen wurde im Jahr 2003 50 Jahre alt und zählt zu den traditionsreichen dörflichen Vereinen. Der Schwerpunkt seiner Vereinstätigkeit liegt auf dem Gebiet des Obstanbau und des Gartenbau. Dass für diese Tätigkeit im Dorf Interesse besteht, zeigt unsere Vereinsgeschichte.

 

Die Gründungszeit des Vereins

Am 21.12.1919, also schon 1 Jahr nach dem Ende des 1. Weltkrieges, trafen sich in der Wirtschaft Schneider interessierte Mitbürger, um einen Obst- und Gartenbauverein zu gründen. Dem dort neu gegründeten Verein traten spontan 28 Personen als Mitglieder ein. Erster Vorsitzender wurde Ulrich Pfister. Außerdem wurden Bürgermeister Friedrich Becker, Schuster Friedrich Brödel, Ackerer Jakob Reeb, Zuschneider Jakob Grub II., Bäckermeister Wilhelm Feyock und Maurer Friedrich Hinkel in den Vorstand gewählt. In der Zeit zwischen 1920 und 1929 entwickelte der Verein zahlreiche Aktivitäten. Die Mitglieder wurden in allen Fragen des Obst- und Gartenbaus beraten. Fachvorträge, Baumschnittkurse und neue Anbaumethoden standen im Vordergrund. Die Eintragungen im Protokollbuch des Vereins enden am 15. April 1929. In dieser Zeit der Weltwirtschaftskrise, hoher Arbeitslosigkeit und finanzieller Sorgen war die Vereinstätigkeit zum Stillstand gekommen.

 

Die Wiedergründung des Obst- und Gartenbauvereins

Nachdem die ersten schwierigen Anfangsjahre nach dem 2. Weltkrieg überwunden waren, wurde bei vielen Mitbürgern im Dorf der Wunsch laut, den Obst- und Gartenbauverein neu zu beleben. Lehrer Otto Trompeter nahm diesen Wunsch auf und berief eine Versammlung zur Wiedergründung des Vereins ein. Sie fand am 18. Januar 1953 im Saale der Wirtschaft Schneider statt und wurde von 80 Bürgern der Gemeinde besucht. 50 Bürger traten sofort in den wiedergegründeten Verein ein. Die anschließenden Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis:

Trompeter Otto          1. Vorsitzender

Weber Emil                  2. Vorsitzender

Matz Hermann           Schriftführer

Nilles Arnold               Schatzmeister

Feibert Willi                 Baumwart

Brödel Albert  (1.)       Gartenwart

Brödel Albert (2.)        Vereinsbote

Auch die Ziele des Vereins wurden bei der Gründungsversammlung neu definiert. Seine Hauptaufgaben sah der Verein in der Pflege und dem Schnitt der Obstbäume, der Bekämpfung von Schädlingen und der jährlichen Ausstellung von selbst angebautem Obst bei gleichzeitiger Prämierung. In den nachfolgenden Jahren entfaltete der Obst- und Gartenbauverein zahlreiche Aktivitäten. Baumschnittkurse und Vorträge, die von Gartenbaumeister Pulz und anderen Fachleuten gehalten wurden, waren immer gut besucht.

Am 2. Februar 1958 trat Otto Trompeter vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Die Versammlung wählte Emanuel Blum zum neuen Vorsitzenden, der jedoch schon bald aus Gesundheitsgründen auf dieses Amt verzichten musste. Der 2. Vorsitzende führte dann die Geschäfte weiter, bis dann am 21. Februar 1959 Albert Brödel (1.) zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Während seiner Amtszeit stand die Vorstandschaft vor einer schweren Entscheidung. Aus dem Kreis der Mitglieder war der Wunsch laut geworden, eine Kelter- und Apfelsaftgewinnungsanlage zu kaufen. Am 11. Juni 1959 beriet und entschied der Vereinsausschuß diese Frage positiv. Bei der Firma Wickert in Landau und der Firma Merkel in Neustadt wurde eine entsprechende Anlage bestellt. Die dafür erforderlichen außerordentlichen Ausgaben sollten den Verein nicht zu hoch verschulden. Deshalb wurden an die Mitglieder Anteilscheine ausgegeben, die einen Gesamtwert von 2.000,00 DM entsprachen. Außerdem musste ein geeigneter Kelterraum gefunden werden. Aber auch diese Frage konnte gelöst werden. Die Anlage wurde im Anwesen von Friedrich Schneider installiert. Sie wurde im Oktober 1959 in Betrieb genommen. Freiwillige Helfer betreuten während der „Apfelsaison“ die neue Anlage. Aber schon nach einem Jahr musste die Anlage in einem gemeindeeigenen Raum am Feuerwehrhaus untergebracht werden. Dort wurde bis zum Jahr 1972 Apfelsaft hergestellt. Während der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1965 trat Albert Brödel aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Sein Nachfolger wurde am 16. März 1965 Paul Brödel. In den nachfolgenden Jahren konnte der Verein erfolgreich weiterarbeiten. Die Kelter- und Süßmostanlage wurde von vielen Mitgliedern, Nichtmitgliedern und sogar von auswärtigen Obstanbauern gerne in Anspruch genommen, obwohl auch in Nachbargemeinden entsprechende Anlagen in Betrieb genommen worden waren. Aber wenige Jahre später hatte der Obst- und Gartenbauverein ein neues und schwieriges Problem zu lösen.

Am 30. März 1972 teilte die Gemeinde dem Verein mit, dass die gemeindeeigenen Kelterräume abgerissen werden müssten. Ein neues Kelterhaus sollte auf den Fundamenten der ehemaligen Pfarrscheune neben dem alten Pfarrhaus an der Hauptstraße aufgebaut werden. Nach vorausgegangener Planung errichtete dort der Obst- und Gartenbauverein sein erstes vereinseigenes Kelterhaus. Es wurde im freiwilligen Arbeitseinsatz seiner Mitglieder hochgeführt. Dafür waren 1024 Arbeitsstunden notwendig. Schon im Oktober 1972 konnte die Kelter- und Süßmostanlage in Betrieb genommen werden. Während der Jahreshauptversammlung am 7. März 1981 verzichtete Paul Brödel auf das Amt des 1. Vorsitzenden. Sein Nachfolger wurde Hubert Weber. Im Rahmen der gründlichen Restaurierung des denkmalgeschützten alten Pfarrhauses in den Jahren 1994/95 musste auch das Äußere des danebenstehenden Kelterhauses umgestaltet und dem Gesamtkomplex angepasst werden. Am 24.03.1999 wurde Heinz Borle zum 1. Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins gewählt. Nachdem sich der Kreisverband „Queichtal“, in dem der Obst- und Gartenbauverein Mitglied war, aufgelöst hatte, wurde man 2001 in den Kreisverband Pirmasens-Zweibrücken-Südwestpfalz aufgenommen. Auch wurde in den letzten Jahren die Kelter- und Süßmostanlage weiter erneuert. So wurden 1999 eine Drehverschlussmaschine und 2000 eine Bandpresse angeschafft. Des Weiteren wurde 2002 ein neuer Gasofen installiert, der im darauf folgenden Jahr einen Erdgasanschluss erhielt. Das Jahr 2003 stand ganz im Zeichen der 50 – Jahrfeier des Vereins. Neben zahlreichen Ehrungen wurden an dem Festbankett auch fünf Personen für ihre langjährigen Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dies sind Werner Becker, Albert Brödel, Heinrich Herrgen, Egon Möbius und Adolf Perret.

In der Jahreshauptversammlung 2004 wurde die etwas in die Jahre gekommene Satzung des Vereins überarbeitet. Es können nun auch ein Kelterwart, Kelterhauswart und Baumwart bestimmt werden. Auch wurde die Gemeinnützigkeit des Vereins in die Satzung mit aufgenommen und vom Finanzamt bestätigt. Somit können nun auch Spenden entgegen genommen werden. Erstmals wurde in 2004 auch am Blumenschmuckwettbewerb des Kreisverbands teilgenommen.

2005 wurde ein weiterer Vorstandswechsel vollzogen. Hubert Weber wurde zum zweiten Mal zum Vorsitzenden gewählt. Das Hauptaugenmerk lag im letzten Jahrzehnt auf der Modernisierung des Kelterhauses. So wurden eine neue Bandpresse, ein Separator und eine automatische Abfüllmaschine beschafft. Ein Flaschenwärmer und Lagerhaus folgten. Aber auch die Angebote außerhalb des Kelterhauses wurden ständig erweitert. Blumenschmuck-wettbewerbe, Fahrten zu Gartenschauen,  Bepflanzungen von Ortseingängen zur Ortsbildverschönerung, Schnittkurse und Fachvorträge bereicherten das Programm. Man kann deshalb sagen, der Verein und sein Kelterhaus sind für die Zukunft gut gerüstet und erfreuen sich auch weiterhin einer großen Beliebtheit.

Somit ist gewährleistet, dass die Kelter- und Süßmostanlage des Vereins auch in Zukunft seinen Mitgliedern und dem Dorf dienen kann.

Obst- und Gartenbauverein Wilgartswiesen

 

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